Urlaub in Schweden
(Der nachfolgende Urlaubsbericht stammt von einem jungen Pärchen.)

Im vergangenen Sommer 2007 haben ich und mein Lebensgefährte beschlossen, unseren anstehenden Urlaub in Schweden zu verbringen. Da eine ehemalige Studienkollegin von mir zwei Semester lang in Schweden studiert hat und mir immer wieder vorgeschwärmt hatte, wie schön und sehenswert Stockholm sei, wollte ich mich selber davon überzeugen. Nachdem man über die Öresundbrücke relativ schnell von Deutschland nach Schweden gelangt, entschieden wir uns dafür, mit dem Auto in den Urlaub zu fahren.
Schweden hat uns nicht nur mit seiner wunderschönen Natur, sondern auch mit seinen vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten begeistert. Wir wollten uns im Zuge unseres Aufenthalts sowohl von den Naturschönheiten des Landes faszinieren lassen, aber auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region besichtigen. Alleine der Anblick, der unzähligen Inseln, den sogenannten Schären, von denen die Stadt Stockholm umgeben ist, hat uns extrem beeindruckt.
Vor allem die Möglichkeit, eine Städtereise mit einem Urlaub am Meer bzw. an den Seen zu kombinieren, war für uns eine reizvolle Angelegenheit. Durch diese perfekte Kombination kann ich Schweden wirklich als ein sehr facettenreiches Land bezeichnen, das uns viele Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub beschert hat.

Hier bieten sich einem so viele Freizeitaktivitäten an, dass man sich bei einem kürzeren Urlaub schon überlegen muss, wie man seine Prioritäten setzen möchte. Denn neben Besichtigungstouren und Ausflügen in die verschiedenen Städte Schwedens, gibt es die Möglichkeit, Schiffsfahrten zu unternehmen, oder selber mit dem Kanu oder dem Kajak auf einem der Flüsse bzw. Seen (z.B. Mälarsee) zu paddeln. Surfer und Segler kommen hier ebenfalls voll auf ihre Kosten und die Vielzahl an Schären mit ihren Buchten und den charakteristischen glatten Felsen haben nicht nur uns das eine oder andere Mal eingeladen, hier ein wenig länger zu verweilen und ein kleines romantisches Picknick zu veranstalten.
Ich glaube, es gibt nur wenige Großstädte, die in unmittelbarer Nähe über ein derart herrliches Naherholungsgebiet verfügen. Alleine der Blick auf die kleinen hölzernen Wochendhäuschen der Küste lässt einen den Alltagsstress vergessen und man kann hier herrlich entspannen und relaxen.
Auch wir haben die Möglichkeit genutzt, mit dem Schiff eine Tagestour zur beliebten Ausflugsinsel Utö zu machen, wo wir u.a. auch Gelegenheit hatten, baden zu gehen. Auf der Insel hatten wir die Gelegenheit, mit dem Fahrrad das Inselinnere zu erkunden, andere haben mittels Ruderbooten und Kajaks die buchten erforscht. Herrlich waren auch die Sandstrände der Insel, die einem ein wunderschönes Urlaubsgefühl vermittelten. Wir besuchten auch das Gasthaus Värdshus, ein sehr bekanntes Lokal auf der Insel Utö ist, welches u.a. auch bei Seglern sehr beliebt sein soll.
Aber auch Wandertouren bieten sich in dieser abwechslungsreichen Landschaft perfekt an und jeder der die Gelegenheit nutzen möchte, dem Trubel der Innenstadt zu entfliehen, findet hier viele Möglichkeiten, sich in den Naherholungsgebieten von Schweden zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.
Wer nach Stockholm auf Urlaub fährt, wird es sich wohl auch nicht verkneifen können, durch die unzähligen Shops und Läden der Innenstadt zu streifen. Da viele Geschäfte auch am Sonntag geöffnet haben, kann man wirklich täglich auf Shoppingtour gehen. Da Schweden ja auch für sein Design und sein Kunsthandwerk weltberühmt ist, gibt es daher neben Kleidung und Schuhen viel Spannendes in den Geschäften zu entdecken. Vor allem die Gegend von Södermalm hat sich in den letzten Jahren hinsichtlich Boutiquen und Lokalen extrem entwickelt und bietet eine Vielzahl an wirklich trendigen Läden, die modisch viel zu bieten haben.
Bei einer Besichtigungstour durch Stockholm darf natürlich das königliche Schloss – das Kungliga Slottet - nicht fehlen. Da dieses die Altstadt dominiert, ist es auch nicht zu übersehen. Uns hat es mit seiner einzigartigen Architektur auf jeden Fall restlos begeistert. Man erzählte uns, dass Künstler aus ganz Europa an der Entstehung der Architektur mitgewirkt hatten. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Stilrichtungen.
Stockholm verfügt aber darüber hinaus noch über viele weitere Sehenswürdigkeiten. Es gibt alleine eine große Anzahl an Museen, wie z.B. das Nationale Kunstmusem, das Museum für Architektur oder das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen. Weiters bieten das Regierungsgebäude, die Stadt- und die Konzerthalle, der Fernsehturm und die große Synagoge von Stockholm zusätzliche Möglichkeiten, sich sowohl kulturell als auch architektonisch von Stockholm beeindrucken zu lassen.

Beim Essen gehen hatten wir immer die Qual der Wahl, da es eine große Auswahl an Restaurants, Bars und Kneipen gibt. Wichtig ist in vielen Lokalen auf jeden Fall, dass man rechtzeitig einen Tisch reserviert. Nachdem wir auf der Suche nach Lokalen mit moderaten Preisen waren, haben wir uns einmal z.B. für das Tranan entschieden, da wir unbedingt die traditionelle schwedische Küche testen wollen und uns das Lokal als sehr empfehlenswert geschildert wurde. Natürlich gibt es in den schwedischen Lokalen eine Vielfalt an Fischgerichten. Da wir beide Fischliebhaber sind, kamen wir in den diversen Restaurants immer auf unsere Kosten. Den marinierten Lachs mit Dillkartoffeln hätte ich fast täglich essen können. Aber natürlich mussten wir auch die Köttbullar, die für Schweden so typischen kleinen Fleischbällchen, probieren. Auch sehr lecker!
Hinsichtlich der Unterkunft in Stockholm haben wir uns vorher über das Internet Hotelbewertungen angesehen und uns dann letztendlich für das Scandic Alvik entschieden, da wir auch hier keine Unsummen für ein Hotelzimmer ausgeben wollten. Das Hotel liegt sehr zentral und bietet eine sehr gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Wir fanden, für einen Städtetrip eignet sich das Scandic Alvik sehr gut. Es verfügt sogar über WLAN-Internet, so dass wir online unsere
Lottozahlen prüfen konnten - leider ohne Gewinn.
Bei Stockholm befindet sich der drittgrößte See Schwedens, der Mälarsee. Am See entlang befinden sich die Städte Stockholm, Södertälje, Västeras, Enköping und Köping. Darüber hinaus haben wir auch die Gelegenheit genutzt, uns Schloss Gripsholm und Schloss Drottingholm sowie den Handelsplatz Birka anzusehen.
Die beiden größten Seen sind Vänern und Vättern. Da wir auch die - als sehr lebendig beschriebene - Stadt Västeras am Mälarsee besichtigen wollten, nahmen wir das Schiff und besuchten die ca. 100 km entfernte Stadt Västeras. Während der Schiffsfahrt kann man die typisch schwedischen Wochenendhäuser am Seeufer bewundern. Jedoch gibt es nach wie vor viel freie Fläche, weshalb der Mälarsee bei den Schweden als Naherholungsgebiet sehr beliebt ist.
Für Wassersportbegeisterte ist Schweden ein reines Eldorado. Alleine die Möglichkeit, an Kanutouren teilzunehmen oder mit dem Kajak durch die Seen und Flüsse zu paddeln, ist im Hinblick auf die Umgebung ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Am Lägern-See werden beispielsweise Kanutours für mehrere Leute angeboten. Die Inselbrücke zwischen Schweden und Finnland wird als Alands bezeichnet und bietet sich ebenfalls sehr gut für Fahrten mit dem Kanu oder Kajak an. Auch südlich in der Nähe von Jönköping findet man ideale Bedingungen vor. Durch die vielen Flüsse und Seen findet sich in fast allen Regionen Schwedens die Möglichkeit, dieser Sportart nachzugehen.

Wer in Stockholm das Nachtleben auskosten möchte, muss sich dessen bewusst sein, dass in vielen Clubs ein Mindestalter von 23 Jahren vorgeschrieben ist. Daher werden in den Lokalen teilweise Personalausweiskontrollen durchgeführt. Außerdem herrscht in Schweden ein ziemlich strenges Alkoholgesetz. Für Getränke mit einem Alkoholgehalt von über 3,5% ist ein Mindestalter von 20 Jahren vorgesehen.
Ein heißer Tipp zum Ausgehen ist z.B. das Hotel Rival in Stockholm bzw. dessen Hotelbar. Die Umgebung von Stureplan verfügt über trendige und schicke Läden, in denen man sich dem Stockholmer Nachtleben widmen kann. Beispiele dafür sind die Soap Bar, Nox und Laroy.
Zum Chillen kann man Södermalm empfehlen, da es hier entspannter zugeht. Perfekt zum relaxen.
Schweden bzw. Stockholm ist auf jeden Falle eine oder mehrere Reisen wert und ich kann nur sagen, dass meine Studienkollegin nicht zuviel versprochen hat.